Wenn wir uns unseren schmerzlichen Gefühlen offen und ehrlich stellen, können wir belastende Erlebnisse innerlich heilen und neue Lebensabschnitte friedlich, eigenverantwortlich und in Freude gestalten.

Gerne unterstütze ich Sie auf diesem Weg durch einen Vortrag, ein Seminar oder mit einem persönlichen Coaching. Nehmen Sie Kontakt mit mir auf!

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Walter Kohl - Trailer

Walter Kohl – Newsletter März 2014

Königstein, im März 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde des Zentrums für eigene Lebensgestaltung,

jetzt hat sich der Frühling durchgesetzt, mir scheint die Sonne ins Büro und ich fühle mich so richtig in Aufbruchsstimmung. Teil dieses Aufbruchs ist die Eröffnung unseres

KulturCafes in Königstein, Frankfurter Straße 1.

Dort können Sie interessante Literatur rund um die Themen der Lebensgestaltung finden und sich bei schöner Musik, einer Auswahl von exquisiten Kaffee- und Teesorten die Zeit versüßen. Apropos versüßen: Unser Kuchenangebot ist mit viel Liebe und von Hand durch einen sehr erfahrenen Konditormeister hergestellt, ein echter Hochgenuss – und über Kalorien wird (selbstverständlich) nicht einmal nachgedacht….

Weiterhin standen die letzten Wochen im Zeichen von vielen Vorbereitungen. Stand heute konnten insgesamt viele Veranstaltungen bundesweit in 2014 vereinbart und organisiert werden. Schauen Sie doch einmal in unsere WebSite unter www.walterkohl.de rein, vielleicht ist ja etwas für Sie dabei. Ich würde mich freuen.

Das Thema des Monats März 2014 entstand an einem zunächst kalten, dann aber sehr sonnigen und fast wohligen Sonntag im Februar: 

Offen Bleiben oder Einmal Weibertreu und zurück

Um es vorweg zu nehmen, wie jeder Mensch habe ich meine Stärken und Schwächen. Zu meinen Stärken gehört sicher nicht, an einem winterlichen Sonntagmorgen früh (für meine Begriffe heißt das gegen halb sieben Uhr morgens) aufzustehen. Aber an diesem Sonntag musste es sein, denn ich hatte meine Teilnahme an einem Gottesdienst in Weinsberg bei Heilbronn zugesagt. Der Rest der Familie schlief, als ich mich leise auf den Weg machte; mit gemischter Laune, um es höflich auszudrücken.

Gut war, dass die Autobahn wie leergefegt war, so dass ich zu früh ankam. Als ich in Weinsberg die Schilder mit der Aufschrift „Weibertreu“ sah, wurde lang vergessenes Schulwissen geweckt. Die Weiber von Weinsberg…richtig, da war doch was, oder?

Im Geschichtsbuch steht, dass 1140 König Konrad III. die Burg mehrere Wochen lang belagerte. Schließlich mussten sich die Verteidiger der Burg ergeben. Dem Bericht der Kölner Königschronik zufolge versprach der König den Frauen auf der Burg Weinsberg freien Abzug und gab die Erlaubnis, „dass jede forttragen dürfte, was sie auf ihren Schultern vermöchte“. Auf die Männer aber wartete der Tod. Die Frauen nahmen den König beim Wort und trugen ihre Männer auf dem Rücken herab, denen sie so das Leben retteten, da der König sein Wort hielt. Die Frauen wurden als Treue Weiber von Weinsberg bekannt und die Burg kam aufgrund dieser Begebenheit zu ihrem Namen Weibertreu.

Ok, dachte ich bei mir, dann fährst Du zur Burg, mal sehen, was es da zu sehen gibt. Inzwischen war die Sonne durch die Wolken gebrochen und verzauberte die Landschaft. Überall scheinen kleine Wassertropfen zu hängen, glitzernd wie kleine Weihnachtskugeln. Dampfender Nebel stieg aus dem Tal auf, als ich die Anhöhe zur Burgruine herauffuhr.

Ein „Gesperrt“ Schild stoppte mich, so bog ich auf den Parkplatz unterhalb der Johanneskirche ein. Eine schöne Kirche, deren besonderer Charme mich zum Beten einlud. Doch wie? Ich stiefelte einmal um die Kirche herum, nur um alle Türen fest verschlossen zu finden. Und an der letzten Tür hing ein Zettel: Kirche in der kalten Jahreszeit geschlossen. „Was ist denn das für ein komischer Verein“ dachte ich bei mir. „Machen die die Kirche einfach zu, nur weil es kalt ist. Meinen die denn, der liebe Gott kriegt kalte Füße?“ Meine Stimmung wurde wieder schlechter, als ich zum Parkplatz unverrichteter Dinge zurückkehrte. Was tun mit dieser scheinbar so nutzlosen Wartezeit?

Unschlüssig stand ich am Wagen und blickte mich um. In nur wenigen Minuten hatte sich der Nebel weitgehend verzogen und plötzlich konnte man die Ruine Weibertreu gut auf der Spritze des Hügels erkennen. Wie eine Spielzeugburg sitzt sie auf der Spitze eines Bergkegels. „Gar nicht weit weg“ dachte ich bei mir und marschierte los. Doch schon stoppte mich ein weiteres Schild. „Geöffnet zwischen 11 und 16 Uhr“. „Das gibt es doch nicht! Schon wieder nix“ so meine spontane Reaktion.

Ich blickte auf meine Armbanduhr und beschloss, nun einfach zu Fuß den Burgberg zu umrunden. Dann hätte ich mich wenigstens etwas bewegt und die Zeit halbwegs vernünftig genutzt. Um mich herum Weinberge, vor mir ein gut ausgebauter Güterweg und zu meiner Linken ein Blick auf das noch schlafende Weinsberg. Zügig schritt ich voran.

Nach einigen Minuten blieb ich verdutzt stehen. In der Trockenmauer des Weinberges waren steinerne Schrifttafeln eingelassen. Sie sahen mich an wie Grabplatten von Urnengräbern, doch es waren keine toten Worte die mich anblickten, sondern eine mehr als kuriose und interessante Kombination aus Weisheiten und Kalauern. Fasziniert hielt ich an und las jede der Platten sorgfältig. Manche brachten mich spontan zum Lachen, andere zum Nachdenken. Schließlich holte ich mein Handy aus der Tasche und fotografierte die Spruchplatten ab. Und was für Sprüche da standen. Hier die Liste, siehe auch die Bilder im Anhang:

  • Unsere Fehlschläge sind oft erfolgreicher als unsere Erfolge.
  • Der Weg zum Sieg führt über Niederlagen.
  • Ein Talent bildet sich in der Stille, Charakter sich im Strom der Welt.
  • Kluge Leute lernen auch von ihren Feinden.
  • Das Urteil des Menschen steht und fällt mit seinem Wissen.
  • Und jetzt eine tiefe Wahrheit in bestem Schwäbisch: Wer nix gelernt hat, ko au nix vergessa. è Klasse, nicht wahr???
  • Im Wein liegt die Wahrheit, im Keller liegen wir. (kann man dem etwas hinzufügen?)
  • Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
  • Gesagt heißt nicht verstanden und verstanden heißt nicht einverstanden.
  • Die Menschen sollen Menschen bilden, indem sie sie als Menschen behandeln.
  • Ein Ziel von Bildung ist es zu merken, wenn jemand Unsinn redet.
  • Wer fragt ist ein Narr für fünf Minuten, wer nicht fragt, bleibt ein Narr für immer.  
  • Nur der Überzeugte überzeugt.
  • Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
  • Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man auf, treibt man zurück.

Sprachlos stand ich an der Mauer vor den Tafeln. Mit solch einer geballten Ladung an Lebensweisheit hatte ich nicht gerechnet, schon gar nicht um diese Uhrzeit und an diesem Ort. Beim Abfotografieren mancher Sprüche musste ich lachen, vor allem bei „Wer nix gelernt hat, ko au nix vergessa.“ Amüsiert ging ich weiter.

Einige der Sprüche wirkten in mir nach, mit jedem Schritt, so wie man ein gutes Glas Rotwein noch länger auf der Zunge nachschmeckt. Fröhlich lächelnd setzte ich meinen Weg fort. Der Morgen schien wie ausgewechselt, meine Phantasie war erwacht und begann ihre Flügel zu spreizen, erste Gedanken begannen zu fliegen.

Zwei der Sprüche klangen besonders in mir nach:

  • Nur der Überzeugte überzeugt.
  • Das Urteil des Menschen steht und fällt mit seinem Wissen.

Ich spazierte weiter, beobachtete wie die Sonne immer mehr an Kraft gewann und wurde immer fröhlicher. Überzeugung überzeugt. Dein Urteil ist nur so gut wie dein Wissen. Plötzlich formten sich diese Gedanken in mir, wurden fester und fester. Meine Stimmung war wie ausgewechselt. Weibertreu hatte wieder eine Überraschung parat. Ich stellte mir das Gesicht von König Konrad III. vor, als er die Frauen mit ihren Männern auf dem Rücken aus der Burg kommen sah. „Es ist alles eine Frage der Ansichten“ noch so ein Satz, der mir in den Sinn kam.

Schließlich erreichte ich den Parkplatz. Gleich halb zehn, jetzt musste ich mich aber beeilen, denn ich war in wenigen Minuten mit Herrn Scholz, dem Pfarrer von Weinsberg, verabredet. Als ich den großen Saal im Erhard-Schnepf Gemeindehaus betrat, warteten schon mehrere hundert Menschen auf unseren Gottesdienst. Es wurde ein besonderes Erlebnis, da ich die Predigt halten durfte und über meine Herzensthemen Lebensgestaltung, Versöhnung und innerer Friede sprechen konnte.

Auf dem Nachhauseweg dachte ich über den Morgen nochmals nach. Ich war sehr glücklich, dass ich etwas zu früh aufgestanden war. Wäre alles effizienter (eben in typischer Walter Manier…) geplant gewesen, wäre keine Zeit für den ungeplanten Spaziergang und die Spruchtafeln gewesen.  Und der Spaziergang wurde mir zu einer wichtigen Lehre: Bleibe offen für das Neue, das Unerwartete, denn das Leben beschenkt uns an jeder Ecke wieder neu, auch wenn es manchmal an einem zunächst grauen Sonntagmorgen so gar nicht den Anschein hat.

Abschließend gestatten Sie mir noch einige abschließende Worte zum Ausblick:

Das Leben ist wirklich voller Überraschungen. Als ich diese Zeilen schreibe, erreicht mich eine Mail von Stefan Lamby aus Hamburg. Er ist ein Filmemacher und zusammen haben wir eine Dokumentation über meinen Lebensweg gedreht, die im Januar 2014 zu ersten Mal ausgestrahlt wurde. Jetzt, so schreibt er, wird der Film aufgrund der guten Zuschauerresonanz schon wiederholt:

Donnerstag, den 3. April 2014 um 22:30 bis 23:15

WDR 3

Menschen hautnah

Walter Kohl – aus dem Schatten des Vaters

Viel Spaß beim Zusehen.

 

Und hier noch wie weiteren Termine für die nächsten Monate:

Besonderes Seminar Highlight:

21. – 22. 05 2014 Seminar „Versöhnungsarbeit“; Dr. Bock Coaching Akademie Berlin

Weitere Informationen unter http://www.dr-bock-coaching-akademie.de/

  • 05. 04.2014 11:00 Uhr „Kraftquellen für Unternehmer“;  Averna Kongresshotel Bayreuth
  • 29.04.2014 19:00 Uhr Lesung: „Leben was Du fühlst“;  Gemeindebibliothek Mutterstadt
  • 05.05.2014 19:00 Uhr Vortrag: „Leben was Du fühlst“;  Volksbank Lampertheim
  • 06. 05 2014 19:30 Uhr Abendveranstaltung: „Leben was Du fühlst“ ; Comödie Fürth
  • 08. 05 2014 19:00 Uhr Lesung: „Leben oder gelebt werden“; Lalu Traumfabrik Hameln
  • 09. 05 2014 18:30 Uhr Abendveranstaltung: „Kraftquellen für Entscheider“; Münnerstadt
  • 19. 05 2014 19:30 Uhr „Talk“ mit Peter Brinkmann; KMG Kliniken Bad Wilsnack
  • 27. 05 2014 Lesung: „Leben, was Du fühlst“; Buchhandlung Bücher Pausch Kandel

Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie unter www.walterkohl.de  

Alles Gute für Sie und bis bald

Ihr

Walter Kohl 

Termine

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